| Präparat | Äquivalenzdosis.Omeprazol |
|---|---|
| Esomeprazol 20 mg | 32 |
| Esomeprazol 40 mg | 64 |
| Rabeprazol 20 mg | 36 |
| Lansoprazol 30 mg | 27 |
| Pantoprazol 40 mg | 9 |
15 Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD)
Erstellt: 05.12.2019
Autoren: B. von Rahden
Konsentiert: 03.02.2020
Letzte Änderung: 20.11.2025
Zuletzt bearbeitet von: T. Jäger
Version: 2.0.1
15.1 Definition & Klinische Untersuchung
- Chronische Erkrankung durch pathologischen gastroösophagealen Reflux
- Beschwerden: Sodbrennen, Regurgitation, Dysphagie
- Diagnosesicherung durch Funktionsdiagnostik (Impedanz-pH-Metrie, HRM)
15.2 Symptome & Befunde
- Leitsymptome: Sodbrennen, Regurgitation
- Begleitend: Dysphagie, Brustschmerzen, Husten, Asthma-ähnliche Symptome
15.3 Ursachen & Risikofaktoren
- Insuffizienz des unteren Ösophagussphinkters
- Hiatushernie
- Übergewicht, Nikotin, Alkohol, fettreiche Ernährung
- Schwangerschaft
15.4 Diagnostik
- Endoskopie (ÖGD)
- HRM zum Ausschluss Achalasie vor OP
- Impedanz-pH-Metrie zur funktionellen Beweisführung
- Breischluck: bei V. a. große fixierte Hiatushernie
15.5 Therapie
15.5.1 Indikationsstellung zur Antirefluxchirurgie & konservative Therapie [1–3]
Es ist wichtig, bei der Indikationsstellung zur Antirefluxchirurgie (Fundoplikatio) stets zu betonen, dass die leitliniengerechte Ausschöpfung der konservativen Therapieoptionen erfolgt ist.
Die Begründung für die Indikation wird in den Briefen des Labors für gastrointestinale Funktionsdiagnostik und der Sprechstunde für Erkrankungen des oberen Gastrointestinaltraktes wie folgt dokumentiert:
„Bei funktionell bewiesener saurer GERD kann nach Ausschöpfung der leitliniengerechten konservativen Therapie [1], d. h.:
- PPI-Dauereinnahme
- Standarddosierung (z. B. Pantoprazol 40 mg), ggf. Verdoppelung
- Abendliche PPI-Einnahme
- Präparatewechsel auf Esomeprazol (stärker wirksam [4])
- Diätetische Maßnahmen (Vermeidung von Rauchen, Alkohol, Kaffee, scharfen/fettreichen Mahlzeiten, voluminösen Mahlzeiten vor dem Schlafengehen) [2, 3]
- Lifestyle-Anpassungen (Schlafen mit erhöhtem Oberkörper oder Linksseitenlage, Gewichtsreduktion bei erhöhtem BMI)
Bei entsprechendem Leidensdruck ist die Antirefluxchirurgie indiziert.“
15.5.2 Konservativ
- PPI-Dauertherapie, ggf. Dosissteigerung oder Präparatewechsel (z. B. Esomeprazol)
- Abendliche PPI-Gabe bei persistierenden Symptomen
- Diätetische Maßnahmen: Vermeidung von Alkohol, Nikotin, fettreicher/später Mahlzeiten [2, 3]
- Lifestyle-Modifikation: Gewichtsreduktion, Oberkörperhochlage oder Linksseitenlage im Schlaf
PPI sind nicht gleich PPI – Esomeprazol und Lansoprazol gelten als die wirksamsten Präparate.
15.5.3 Operativ
- Standard: laparoskopische Toupet-Fundoplikatio (270°) mit Fundophrenikopexie und Hiatoplastik
- Alternative: Nissen-Fundoplikatio (360°), jedoch höhere Nebenwirkungsrate
- Netzaugmentation bei Hiatushernien mit HSA > 5 cm² (beschichtetes Composite-Netz)
- GERDx-Endoplikatio bei Hill I–II Hiatushernie
15.5.4 OP-Indikation
- Funktionell bewiesene GERD
- Hoher Leidensdruck trotz konservativer Therapie
- Ausschluss von Kontraindikationen (insb. Achalasie)
15.5.5 OP-Nebenwirkungen
- Dysphagie (~7 %)
- Gas-Bloat-Syndrom (bis 30 %)
- Unfähigkeit zu rülpsen
- Hiatushernienrezidiv (≥10 %)
15.6 Komplikationen
Zunehmend fragen Patient:innen nach den PPI-Nebenwirkungen und zunehmend wird eine Dauertherapie mit PPI abgelehnt. Dies verlangt eine differenzierte Betrachtung. Klar ist, dass hier die akademische Debatte weiter andauert und das exakte Risiko noch nicht definiert ist. Trotzdem empfiehlt die aktuell noch gültige S2k-GERD-Leitlinie [1] weiterhin die PPI-Dauertherapie zur Behandlung der GERD. Das Nebenwirkungsprofil darf jedoch im Zusammenhang mit der Indikationsstellung zur Fundoplikatio berücksichtigt werden.
15.6.1 Nebenwirkungen PPI [1, 5]
- Knochenfrakturen (Wirbelsäule, Hüfte, Handgelenke)
- Clostridium difficile-assoziierte Diarrhoe
- Nosokomiale/ambulante Pneumonien
- Vitamin-B12-Mangel
- Wirkungsverlust Clopidogrel/ASS
- Nierenfunktionsstörung, interstitielle Nephritis
- Hypomagnesiämie (therapierefraktär)
- Verdacht auf maligne Progression Kolonpolypen
- Verdacht auf Entwicklung von Demenz
