24  Cholezystektomie: Sicherheit

Erstellt: 23.09.2020
Autoren: B. von Rahden
Konsentiert: 21.01.2021
Letzte Änderung: 20.11.2025
Zuletzt bearbeitet von: T. Jäger
Version: 2.0.1

24.1 Zweck & Ziel

  • Vermeidung von Gallenwegsverletzungen (Choledochusdurchtrennung, thermische Schäden).
  • Sicheres, standardisiertes Vorgehen mit klarer Dokumentation.

24.2 Standardvorgehen

24.2.1 Critical View of Safety (CVS) nach Strasberg

  • Im OP-Bericht dokumentieren:
    „Der ‚Critical View of Safety‘ nach Strasberg wird hergestellt, das heißt es ist kein Gewebe zwischen Gallenblaseninfundibulum und Leberbett verblieben.“
  • Begriff verwenden & korrekt erläutern.
  • Muss von beiden Seiten überprüft werden.
Figure 24.1

24.3 Abweichungen & Sonderfälle

  • Fundus first approach: antegrades Auslösen der Gallenblase, wenn CVS nicht sicher herstellbar.
  • 4-Augen-Prinzip: Hinzuziehen eines erfahrenen Operateurs bei schwieriger Anatomie.
  • Intraoperative Cholangiographie bei unklarer Anatomie.
  • Konversion zur offenen Operation bei Gefährdung der Sicherheit.

24.4 Dokumentation & Beschriftung

  • Klare Formulierung im OP-Bericht, dass CVS nach Strasberg hergestellt wurde.
  • Dokumentation, dass keine Gewebebrücken zwischen Infundibulum und Leberbett verblieben.

24.5 Praktische Hinweise

  • CVS erst dann als erreicht dokumentieren, wenn alle Kriterien erfüllt sind.
  • Zusätzliche Verfahren (Cholangiographie, Fundus first, Konversion) proaktiv erwägen.

24.6 Komplikationen & Risiken

  • Verletzungen der extrahepatischen Gallenwege
  • Thermische Schädigungen des Ductus choledochus
  • Vermeidbar durch konsequentes Einhalten des CVS und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen

24.7 Literatur